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Die 7 häufigsten Fehler von Angel Investoren



von Florian Huber, Angel Investor, Berlin

 

Die meisten Business Angels verlieren Geld und viele Business Angels liefern Startup-Gründern auch keinen wirklichen Mehrwert, der über das bloße Cash-Investment hinausgeht.

Nun ist es sicher so, dass jeder Business Angel mit Startup-Investments andere Ziele verfolgt: Die einen sehen es als (teures) Hobby, das einfach Spaß macht, andere wollen etwas von dem Erfolg, den sie selbst als Unternehmer hatten, an die nächste Generation von Gründern weitergeben. Die dritte Gruppe sieht Startups als eine spannende Assetklasse und möchte damit Geld verdienen. 

Startups sind die Assetklasse mit dem höchsten Risiko. Es ist keine Seltenheit, dass ein Startup innerhalb von einem Jahr nach dem Investment Insolvenz anmelden muss und damit das eigene Investment vollständig verloren ist. Gleichzeitig sind Startups eines der wenigen Assets mit fast unbgrenztem Upside-Potential: Wer im Jahre 2009 nur USD 10.000 in den amerikanischen Fahrdienstvermittleruberinvestiert hat, freut sich jetzt über ein Vermögen von USD 200 Mio!

Die meisten Business Angels beantworten die Frage nach dem „warum“ für ihre Tätigkeit mit einer Kombination aus der Absicht, Wissen und Erfahrung an die nächste Generation von Unternehmensgründern weiter zu geben und der Aussicht, eine positive Rendite zu erzielen.

Die folgenden sieben Fehler sind in der Praxis –vor allem bei neuen Angel Investoren –zu finden.

Fehler 1: In die „falschen“ Startups investieren

 

That's how you win: by investing in the right startups. That is so much more important than anything else that I worry I'm misleading you by even talking about other things.

Paul Graham, Gründer Y-Combinator und Investor in Airbnb, Dropbox, Reddit

 

Der größte Fehler beim Angel Investing ist die Auswahl der „falschen“ Startups. Nur durch Investments in die „richtigen“ Startups wird man als Angel erfolgreich sein.

Alle weiteren Parameter eines Startup-Investments – wie etwa die Unternehmensbewertung, die Deal-Struktur, die Auswahl der Co-Investoren und der BAFA-Invest-Zuschuss –können die Auswahl des falschen Startups im Nachhinein nicht mehr ausgleichen.

Ein Startup mit einem unterdurchschnittlichen Gründerteam und unbrauchbaren Geschäftsmodell wird also nicht deshalb irgendwann einen guten Exit bzw. einen guten Return liefern, weil man als Angel beim Einstieg zusammen mit einem teuren Rechtsanwalt tolle Deal Terms verhandelt hat oder weil man 20 % seines Invests mit dem BAFA-Zuschuss zurückerstattet bekommt.

Umgekehrt ist es bei einem „großen“ Exit praktisch irrelevant, ob man vor zehn Jahren eine um eine Million zu hohe Einstiegsbewertung bezahlt hat oder ob man es damals versäumt hat, die Konstruktion der Liquidationspräferenzen zu optimieren.

Die Gretchenfrage ist jetzt natürlich, woran man überhaupt ein „gutes“ Startup erkennen kann. Wie wählt man nun das richtige Startup für sein Investment aus?

Eine Grundregel aus dem VC-Bereich besagt: Jedes einzelne Startup muss das Potential haben, das gesamte Portfolio des Investors zurückzuverdienen.

Investiert man also in zehn Startups jeweils EUR 50.000 (insgesamt also EUR 500.000), muss man bei jedem einzelnen Startup davon überzeugt sein, dass es zumindest eine gewisse Chance gibt, mit diesem Startup seinen Einsatz von EUR 50.000 zu verzehnfachen (10 X).

Hält man dies für unwahrscheinlich, da etwa das Gründerteam nicht die Fähigkeiten mitbringt, etwas Großes aufzubauen, das Geschäftsmodell nicht richtig skalierbar ist oder der Markt einfach zu klein ist, sollte man nicht investieren.

Selbstverständlich wird man auch mit diesem Ansatz oft genug danebenliegen und das ein oder andere einst vielversprechende Startup wird „gegen die Wand fahren“. Als Investor ist es natürlich immer schwierig, die wirklichen Winner vorherzusagen.

Umgekehrt entwickelt man im Laufe der Zeit und mit etwas Erfahrung ein gutes Gespür dafür, welche Geschäftsmodelle mit recht hoher Wahrscheinlicht wohl nicht funktionieren. Über diese Negativ-Auswahl kann man meist recht schnell den Kreis der Startups, die in die nähere Auswahl für ein Investment kommen, verkleinern.

Ein guter Richtwert ist, dass man für ein Investment etwa 100 Startups gesehen haben muss. Von diesen 100 kann man meist sehr schnell 80 aussortieren und die verbleibenden 20 schaut man sich genauer an (80-20-Regel). Von diesen 20 bleiben dann vierübrig (nochmals die 80-20-Regel), in die man investieren möchte.

Bei drei von diesen vier Startups wird man mit den Gründern keine Einigung über die Deal Terms erzielen, die Gründer werden anderen Investoren den Vorzug geben; oder vielleicht hat man das Closing der Runde gerade eben verpasst. Letztlich bleibt von ursprünglich 100 „gesehenen“ Startups am Ende nur ein Startup-Investment übrig.

Nur mit Disziplin bei der Auswahl der Startups ist es möglich, langfristig ein qualitativ hochwertiges Startup-Portfolio aufzubauen, ohne falsche Kompromisse einzugehen. 

Fehler 2: In zu wenige Startups investieren

 

Der zweite große Fehler als Business Angel ist, in zu wenige Startups zu investieren. Da die Ausfallquote bei Frühphasen-Investments hoch ist, besteht die Gefahr, bei einem kleinen Portfolio mit nur wenigen Startups keinen einzigen Winnerdabei zu haben und insgesamt weniger als sein eingesetztes Kapital zurückzubekommen.

Eine Grundregel des Angel Investings lautet: Lieber mit kleineren Ticketgrößen in mehr Startups investieren als mit größeren Tickets in weniger Startups.

Ein Angel Investor, der klassischerweise in der Pre-Seed- oder Seed-Phase investiert, sollte eine Portfoliogröße von mindestens 15 bis 20 Startups anstreben. Nur dann besteht eine realistische Chance, zumindest einenechten Winner mit einem Return von 10 X bis 30 X auf seinen Kapitaleinsatz dabeizuhaben. Nur dieser eine Winner sorgt dann dafür, dass man insgesamt eine positive Rendite erwirtschaftet (sog. Power Laws). Hätte man diesen Winner nicht im Portfolio, würde man Geld verlieren bzw. allenfalls seinen Einsatz zurückerwirtschaften.

In der Praxis trifft man oftmals auf Business Angels, die nach vier oder fünf Investments frustriert aufgeben, da „nichts wirklich funktioniert hat“. Nur ist eben bei fünf Investments die Chance auf einen Winner auch entsprechend gering!

Investiert man als Business Angels tendenziell in etwas späteren Phasen (Series A, B), so kann die Portfoliogröße auf zehn bis 15 Startups reduziert werden.

Auch innerhalb eines Startup-Portfolios lässt sich die Verteilung von Erfolg und Misserfolg wieder durch das Paretoprinzip (80-20-Regel) gut beschreiben: Bei einem Portfolio mit 25 Startups werden nur fünf Startups (also 20%) wirklich gut laufen. 

Die anderen 20 (80%) werden hinter den Erwartungen zurückbleiben (was natürlich nicht heißt, dass 20 ein Totalausfall sind, nur kommen diese Startups nie über die Phase des „Kleinunternehmens“ hinaus). Und von den fünf gut laufenden Startups wird auch wiederum nur eines dabei sein (nochmals die 80-20-Regel!), welches ein richtig großes und erfolgreiches Unternehmen wird, vielleicht sogar ein Unicorn, also ein ein Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar).

Fehler 3: Mit den „falschen“ Co-Investoren investieren

 

Ein weiterer Fehler ist, mit den „falschen“ Co-Investoren zu investieren. Nicht nur bei der Auswahl der Gründer sollte man entsprechend kritisch sein, sondern auch bei der Auswahl der anderen Gesellschafter, da man mit diesen Menschen über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren (manchmal noch länger) verbunden sein und gemeinsam durch Höhen und Tiefen gehen wird.

Eine Ehe kann – mit überschaubarem Aufwand – durch eine einseitige Erklärung aufgelöst werden. Bei einem Gesellschaftsvertrag ist ein vorzeitiger Ausstieg (vor dem Exit) sehr schwierig und fast immer von der Zustimmung der anderen Gesellschafter abhängig.

Folgende Co-Investoren sollte man meiden: 

  • Co-Investoren, die bislang kaum Erfahrung mit Startup-Investments haben: Diese blockieren – oftmals aus Angst – wichtig Entscheidungen und führen zeitaufwendige Diskussionen über unkritische Detailfragen.
  • Co-Investoren ohne einschlägige Branchenerfahrung und Netzwerk: Diese liefern den Gründern keinen Mehrwert, beanspruchen oft unnötig Zeit und Aufmerksamkeit der Gründer.
  • Co-Investoren, die nicht die Möglichkeit haben, in einer Folgerunde zumindest pro-rata zu investieren: Diese sind keine Unterstützung für die Gründer bei einer Folgerunde, oftmals sogar Bad Signaling für potenzielle Neu-Investoren.

In der Praxis hat sich als eine erfolgreiche Strategie erwiesen, an der Seite von erfahrenen und bekannten VCs zu investieren. Oftmals suchen VCs aktiv nach Business Angels mit spezifischer Branchenerfahrung und geben diesen die Möglichkeit – zum Beispiel im Rahmen einer Series-A-Runde – mit einem kleineren Ticket mit zu investieren.

Fehler 4: Mit falschem Timing investieren

 

Bei der Auswahl des richtigen Startups (vgl. Fehler 1) achten die meisten Investoren vor allem auf die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, auf die Qualität des Teams, die Neuartigkeit des Produkts und die Größe des Marktes. Häufig übersehen wird dabei ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor nämlich das richtige Timingfür das Investment.

Die meisten innovativen Geschäftsideen haben ein Zeitfenster von wenigen Jahren, innerhalb derer man nicht „noch zu früh“ und nicht „schon zu spät“ ist, um ein führendes Unternehmen in diesem Segment aufzubauen.

So war es sicher vor sieben bis zehn Jahren eine gute Idee, in E-Commerce-Startups im Mode- und Möbelumfeld zu investieren. Im Jahre 2018 dürfte es aber schwierig bis unmöglich sein, noch etwas wirklich „Großes“ in diesem Bereich aufzubauen. Dagegen ist man mit einem Startup, welches spezielle Versicherungen für autonome Fahrzeuge anbietet, wohl eher drei bis fünf Jahre zu früh am Markt.

Auch schadet es nicht, aktuelle Investment-Trends im Auge zu behalten. Waren es vor Jahren E-Commerce, Soziale Netzwerke und SaaS-Konzepte, die im Trend lagen, sind jetzt zum Beispiel die Themen Digitel Health, Machine Learning, Blockchain und Mobility bei Investoren gefragt. Nur wer als Angel Investor ein gutes Gefühl für aktuelle Trends hat, kann sicherstellen, dass es für das Startup in ein bis zwei Jahren dann genug Interessenten für das Investment in eine Folgerunde gibt.

Fehler 5: Verträge ohne ausreichende Investorenschutzrechte

 

Als Investor sollte man in jedem Beteiligungsvertrag auf entsprechende Investorenschutzrechte bestehen. Unerfahrene Angels wissen manchmal nicht, welche Regelungen marktüblich sind und trauen sich daher nicht, diese bei den Gründern aktiv einzufordern.

Folgende Investorenschutz-Regelungen sind sehr praxisrelevant und sollten sich deshalb in jedem Beteiligungsvertrag (bzw. der Satzung oder den Geschäftsführerverträgen) finden:

  • Gründer-Vesting:Konflikte innerhalb des Gründer-Teams sind relativ häufig und oftmals verlässt einer der Gründer das Startup im Streit. Dieser Mit-Gründer darf dann natürlich nicht alle Anteile einfach „mitnehmen“, sondern soll nur seine – bis zu diesem Zeitpunkt gevesteten –  Anteile behalten dürfen. Entsprechende Vesting-Klauseln unterscheiden zudem meist zwischen einem Good-Leaver- und Bad-Leaver-Fall.
  • Gründer-Gehälter: Auch über die Höhe der Gehälter der Gründer sollte es im Vorfeld des Investments eine Vereinbarung geben. Kein Investor möchte, dass der Großteil seines Investments innerhalb weniger Monate durch hohe Gehalts- und Bonuszahlungen auf die Privat-konten der Gründer „umgeleitet“ wird.
  • Wettbewerbs- und Nebentätigkeitsverbot: Als Investor möchte man Stratup-Gründer, die sich ausschließlich auf ihre Tätigkeit als Gründer fokussieren. Ein strenges Wettbewerbs- und auch Nebentätigkeitsverbot ist deshalb absolut Standard.
  • Liquidationspräferenzen: Hierbei geht es um einen Erlösvorzug im Exit-Fall. Grundsatz ist, dass aus dem Topf des Exit-Erlöses immer zuerst die Investoren befriedigt werden (in Höhe ihres Investments) und erst dann die weiteren Erlöse (falls vorhanden) unter den Gesellschaftern pro-rata verteilt werden. Relevant werden Liquidationspräferenz insbesondere dann, wenn der Exit-Erlös geringer ausfällt als die Post-Money-Bewertung der letzten Finanzierungsrunde.
  • Informationsrechte: Ein monatliches, schriftliches Reporting (per E-Mail) mit den wichtigsten Kennzahlen sollte selbstverständlich sein.

Hinzu kommen weitere Investorenschutzrechte wie Garantien, Verwässerungsschutz, Übertragung von gewerblichen Schutzrechten, Regelungen zu Abstimmungsmehrheiten und zustimmungspflichtigen Geschäften sowie Vorerwerbs- und Mitveräußerungsrechte.  

Fehler 6: Kein Kapital für Folge-Investments (follow-on) reservieren

 

Die Erfahrung zeigt, dass Startups meistens mehr Geld benötigen als ursprünglich geplant, das heißt, die Gründer werden sich nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde bald wieder nach weiterem Kapital umsehen müssen. Sie werden dabei zunächst wohl immer auf die bestehenden Investoren zukommen und diese nach weiterem Kapital fragen. Nach der Finanzierungsrunde ist vor der Finanzierungsrunde.

Die neuen Investoren der Folgerunde (oftmals VCs und anderen institutionelle Investoren) sehen es im Regelfall als starkes, positives Signal, wenn auch die Alt-Investoren in einer neuen Runde nochmals mit eigenen Geld mitgehen. Die bestehenden Investoren haben im Regelfall wesentlich bessere Insights als jeder neue Investor – selbst nach einer aufwendigen Due Diligence. Investiert nun niemand aus dem bestehenden Investorenkreis auch in der Folgerunde, so ist das für viele Investoren eine Red Flag.

Als Business Angel sollte man daher immer ausreichend Kapital für mögliche Folge-Investments (follow-on) reservieren.  

Angels verfügen in den wenigsten Fällen über „unbegrenzt“ Kapital, so dass niemand erwartet, dass die bisherigen Angels den Großteil einer Series A im Alleingang stemmen. Jedoch ist die Erwartungshaltung meist so, dass die bisherigen Investoren in einer neuen Runde zumindest pro-ratamitgehen (also zumindest so viel Kapital neu investieren, um die Verwässerungen ihres Anteils damit auszugleichen).

Aber: Wie auch bei anderen Assetklassen gilt bei Startups der Grundsatz: Wirf schlechtem Geld, keine gutes hinterher. Das heißt, wenn die Entwicklung des Startups völlig unter den Erwartungen zurückbleibt und kein Vertrauen mehr in das Gründerteam besteht, das Ruder doch noch herumzureißen, muss man als Investor den Mut haben, den „Stecker zu ziehen“ und kein weiteres Geld mehr zur Verfügung zu stellen. Schon gar nicht aus „Mitleid“ oder einem falsch verstandenen „Gutmenschentum“.

Umgekehrt sollte man bei einem sehr gut laufenden Startup immer bestrebt sein, in einer Folgerunde mehr als nur den pro-rata-Anteil zu investieren. Nur dadurch erreicht man innerhalb seines Portfolios den erwünschten Effekt, dass man im Laufe der Jahre den Großteil seines Investment-Budgets in die guten Startups (Winner) allokiert und nicht eine Verteilung nach dem Gießkannen-Prinzip vornimmt.

Nur mit dieser follow-on-Strategie wird man für sein Portfolio im Laufe von sieben bis zehn Jahren eine – der Risikoklasse angemessen –  Rendite von 3 X bis 4 X (bezogen auf das eingesetzte Kapital) erwirtschaften können.

Fehler 7: Keinen echten Mehrwert für das Startup liefern

 

Ein Business Angel sollte neben Geld immer auch Branchenerfahrung, Know-how und Netzwerkkontakte mitbringen, um so die Startup-Gründer in der schwierigen Anfangs- und Aufbauphase des Unternehmens aktiv unterstützen zu können.  

Gute Startups mit starken Gründer-Teams haben im Regelfall wenig Probleme, Kapital zu bekommen und sind deshalb in der komfortablen Situation, sich ihre Investoren aussuchen zu können. Wer in die „besten“ Startups investieren möchte, schafft das im Regelfall nur dann, wenn er über die Jahre einen entsprechend guten Ruf als Business Angel aufgebaut hat und von erfolgreichen Gründern weiterempfohlen wird.

Wenig hilfreich für das Startup sind vor allem zwei Arten von Business Angels:

  • Angels, die gar nichts tun: Dies sind Business Angels, die nach dem Notartermin und der Überweisung des Geld mehr oder weniger abtauchen und sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr besonders für das Startup interessieren. Zumeist sind das auch die Angels, die  selbst bei einem sehr gut laufenden Startup nicht bereit sind, pro-rata in einer Folgerunde mit zu investieren und so ein schlechtes Signaling für mögliche Folge-Investoren verursachen. Falls eine aktive Unterstützung der Gründer aus Zeitgründen nicht möglich ist, sollte man das auch so im Vorfeld des Investments kommunizieren, um so keine falsche Erwartungshaltung aufzubauen.
  • Noch schädlicher als Angels, die „nichts tun“, können Angels sein, die zu viel tun: Dies sind Angels, die sich zu sehr in das operative Geschäft einmischen und die Gründer dadurch mehr oder weniger von ihrer Arbeit abhalten. Meist waren oder sind diese Angels selbst erfolgreiche Unternehmer und sehen nun ihre „Berufung“ darin, den jungen Gründern genau vorzugeben, wie das Geschäft operativ zu führen ist, da man es selbst ja immer schon so gemacht hat. Durch dieses Micro-Management sind Konflikte im Gesellschafterkreis vorprogrammiert.

 

Als Business Angel (und ehemaliger Unternehmer) muss man lernen, dass man nun nicht selbst am Steuer des Wagens sitzt, sondern nur noch auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat. Und wenn später dann VCs oder andere institutionelle Investoren einsteigen, sitzt man nicht mal mehr dort, sondern findet schnell sich auf der Rückbank oder gar im Kofferraum des Startup-Autos wieder.

 

Links/Ressources:

 

 

 

 

 

 

 

 

Aug 15, 2018 by Florian Huber